Glaslexikon

Chemisch vorgespannte Gläser

Chemisch vorgespannte Gläser sind Sicherheitsglasvarianten, bei denen durch Ionenaustausch eine extrem widerstandsfähige Oberfläche entsteht. Ideal für Touchanwendungen und Hightech-Komponenten bei minimaler Glasdicke.

Was sind chemisch vorgespannte Gläser?

Chemisch vorgespannte Gläser sind spezielle Sicherheitsglasvarianten, bei denen durch Ionenaustausch eine extrem widerstandsfähige Oberfläche entsteht. Diese Methode sorgt für eine hohe Bruchfestigkeit, Kratzbeständigkeit und optische Qualität.

Chemisch gehärtetes Glas wird bevorzugt in Luftfahrt, Medizintechnik, Elektronik und Spezialanwendungen eingesetzt.

Herstellung von chemisch vorgespanntem Glas

  1. Glasvorbereitung: Floatglas oder Spezialglas als Basis.
  2. Ionenaustausch: Das Glas wird mehrere Stunden in ein Kaliumsalzbad (~400 °C) getaucht.
  3. Druckspannungen: Kaliumionen ersetzen kleinere Natriumionen und erzeugen eine stark gespannte Oberfläche.
  4. Abkühlung & Qualitätskontrolle: Das Glas wird gründlich gereinigt und geprüft und für den Einsatz vorbereitet.

Anwendungsbereiche von chemisch vorgespanntem Glas

Luft- & Raumfahrt

  • Flugzeugfenster & Spezialverglasungen
  • Optische Instrumente für Satelliten

Elektronik & Medizintechnik

  • Displays für Smartphones, Tablets & Industrieanwendungen
  • Schutzgläser für medizinische Geräte

Industrie & Maschinenbau

  • Hochbelastbare Maschinensichtfenster
  • Kratzfeste Spezialverglasungen

Fazit

Chemisch vorgespannte Gläser bieten höchste Widerstandsfähigkeit bei geringster Glasdicke – ideal für Hochtechnologie-Anwendungen. MBM Techglas bietet individuelle Fertigung, zuverlässige Prüfung und fundiertes Engineering für höchste Ansprüche.

Auf einen Blick

Technische Eigenschaften

Material

Floatglas, Borosilikatglas, Optiwhite

Dicke

0,5 mm bis 10 mm

Biegezugfestigkeit

Bis zu 200 N/mm² (ca. 8x stärker als Floatglas)

Kratzfestigkeit

Sehr hoch

Bruchverhalten

Zerbricht in größere, weniger scharfkantige Stücke

Temperaturwechselbeständigkeit

Bis zu 300 K

Bearbeitungsmöglichkeiten

Nachträglich schneid- und bohrbar