Glaslexikon

Keramischer Sieb- und Digitaldruck auf Glas

Der keramische Sieb- und Digitaldruck ist ein Verfahren zur dauerhaften Bedruckung von Glas mit keramischen Farben, die beim Einbrennen bei 600 bis 700 °C mit der Glasoberfläche verschmelzen. Witterungs-, kratz- und chemikalienbeständig.

MBM Techglas bedruckt Glas mit keramischen Farbsystemen – sowohl im Siebdruck als auch im Digitaldruck. Ob Blenden, Raster, Logos oder Passepartouts: Wir fertigen hochpräzise, beständige Bedruckungen für Industrie, Elektronik und Maschinenbau – auch in Kleinmengen oder als Prototyp.

Prozessbeschreibung

Der keramische Sieb- und Digitaldruck ist ein Verfahren zur dauerhaften Bedruckung von Glas mit keramischen Farben, die beim Einbrennen mit der Glasoberfläche verschmelzen. Dabei gibt es zwei Hauptmethoden:

Siebdruck

  • Ein feinmaschiges Sieb wird als Druckschablone genutzt
  • Farbe wird durch das Sieb auf das Glas gepresst
  • Ideal für hohe Stückzahlen mit gleichbleibenden Designs

Digitaldruck

  • Hochauflösender, direkter Farbauftrag durch Tintenstrahldrucker
  • Vollflächige, detailreiche Motive ohne Druckform möglich
  • Flexibel für kleine Serien und individuelle Gestaltungen

Nach dem Auftragen der Farbe wird das Glas bei 600–700 °C eingebrannt, wodurch die Farben mit der Oberfläche verschmelzen.

Vorteile

  • Extrem haltbare Bedruckung (witterungs-, kratz- & chemikalienbeständig)
  • UV- & hitzebeständig (ideal für Fassaden & Architekturglas)
  • Hohe Farbintensität & Designvielfalt
  • Lichtdurchlässigkeit & Reflexion steuerbar

Nachteile

  • Nicht nachträglich änderbar (Farbe ist fest eingebrannt)
  • Siebdruck benötigt hohe Stückzahlen, um wirtschaftlich zu sein
  • Digitaldruck begrenzt auf spezielle keramische Tinten

Anwendungsbeispiele

  • Architektur: Glasfassaden, Sonnenschutzglas, Brüstungen
  • Automobilindustrie: Windschutzscheiben, Heckscheiben, Glasdächer
  • Design & Werbung: Schaufenster, Displayglas, Logos
  • Möbelbau: Dekorative Glastüren, Rückwände

Toleranzen

Typische Maßtoleranzen für bedrucktes Glas:

  • Druckversatz: ± 0,2 mm
  • Schichtdicke: 5–20 µm
  • Farbabweichung: Je nach Einbrennprozess max. Delta E ≤ 2

Prüfmethoden

  • Adhäsionstest (Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409)
  • Klimatest (DIN EN ISO 9227): Beständigkeit gegen Feuchtigkeit & UV-Strahlung
  • Chemische Resistenzprüfung: Beständigkeit gegen Säuren & Laugen

Entwicklung

  • Neue Farbpaletten & Spezialeffekte für Digitaldruck (Metallik, transluzent)
  • Verbesserte Druckköpfe für Digitaldruck (höhere Auflösung & Schichtstärke)

Zukunftsaussicht

  • Hybridverfahren aus Digitaldruck & Siebdruck für maximale Flexibilität
  • Hochauflösender Digitaldruck mit Nanopigmenten für feinere Farbübergänge

Fazit

Der keramische Sieb- und Digitaldruck bietet langlebige, hochbeständige Dekorationsmöglichkeiten für Glas in Architektur, Automobil- und Designanwendungen. Durch ständige Innovationen wird das Verfahren immer flexibler und effizienter.

Von Wissen zur Anwendung

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