Wie funktionieren Ritzen und Brechen?
Ein Schneidrädchen erzeugt eine schmale Ritzspur an der Glasoberfläche. Durch anschließende Biegebelastung läuft ein Bruch entlang dieser vorbereiteten Linie durch die Scheibe. Das Verfahren trennt Glas somit durch kontrollierten Bruch, nicht durch das vollständige Durchfräsen einer Schnittfuge.
Welche Faktoren beeinflussen die Schnittkante?
Glasart und Glasdicke, Zustand des Schneidrädchens, Anpressdruck und Unterstützung der Scheibe beeinflussen das Ergebnis. Beschichtungen können zusätzliche Vorgaben für die Schnittseite und das Handling erfordern.
Die rohe Schnittkante ist scharf und kann Ausbrüche aufweisen. Je nach Verwendung wird sie anschließend gesäumt, geschliffen oder poliert. Die notwendige Kantenqualität ist deshalb bereits bei der Planung des Zuschnitts zu berücksichtigen.
Grenzen des mechanischen Schneidens
Bereits thermisch vorgespanntes Einscheibensicherheitsglas lässt sich nicht wie ungehärtetes Glas ritzen und brechen. Der Zuschnitt erfolgt vor dem Vorspannen. Bei Verbundglas müssen die Einzelscheiben und die Zwischenschicht als gesamter Aufbau betrachtet werden.
Freie Innenausschnitte oder sehr feine Konturen können andere Verfahren erfordern. Die Artikel zu Laserschneiden und Wasserstrahlschneiden erläutern deren Wirkprinzipien.
Schnittmaß und Fertigmaß
Eine Scheibe, die nach dem Schneiden noch geschliffen wird, benötigt gegebenenfalls ein Bearbeitungsaufmaß. Schnittmaß und fertiges Bauteilmaß sind deshalb getrennt zu betrachten. Die vereinbarte Maßtoleranz bezieht sich auf den jeweils beschriebenen Bearbeitungszustand.
Bearbeitung bei MBM Techglas
Für Glaszuschnitte nach Maß beschreibt die Leistungsseite Materialbeschaffung, Fertigungsumfang und mögliche Folgearbeiten. Möglichkeiten und Anfrage zur Leistung ansehen.
